Wer bin ich?

Ein Spötter und Wortjongleur.
Ein Nachdenker, Mitdenker, Vorausdenker und Quer­den­ker.
Und der wohl weltweit einzige Finanz­amts-Fan ...

Claudia 1974
1974

Ich hätte gerne einen obskuren Beruf erlernt. Re­li­quien­händ­ler vielleicht. Zur Zeit gibt es keine freien Aus­bil­dungs­stellen. (Und ja, ich habe geguckt!)

Schmuckeremit hat mich auf Anhieb begeistert. Bis ich ge­lesen habe, dass Schmuckeremiten üppige Bärte haben müs­sen und sich wo­chenlang nicht waschen dürfen. Über den Bart hätte ich noch mit mir reden lassen. Aber nicht baden? Das macht den Job induskutabel, immerhin halte ich die Ba­de­wan­ne für eine der fünf besten Erfindungen des Menschen.

Zwei weitere: Kabelbinder und doppelseitiges Klebeband. Da­mit lässt sich praktisch alles reparieren.

Die mit Abstand beste: Sprache und Schrift.

Da ist es nicht erstaunlich, dass ich nicht Blu­men­binderin geworden bin und auch nicht Astronautin, son­dern freie Journalistin und Autorin.

Ich schreibe über Hühnerrassen und Hochzeits­bräu­che, über die art­ge­rech­te Haltung von Gartenzwergen und die kom­mu­ni­kative Sig­nal­wirkung von Fußmatten. Ganz oft fin­den sich in schein­bar langwei­ligen Themen spannende Ge­schich­ten. Es reicht, hinzugucken. Augen und Geist of­fen zu lassen.

Nebenbei schreibe ich Bücher. Kurz­ge­schich­ten. Emails. Brie­fe. Postkarten. Ge­le­gent­lich auch mal Einkaufszettel.

Claudia 1986
1986

Worte sind mir Werkzeug, Spielzeug, Droge und Waf­fe. Sprache ist mir Heimat. In Worten finde ich mich. Mit ihnen teile ich mich mit, mit ihnen zeige ich mich. Und manchmal verstecke ich mich in oder hinter ihnen. Worte machen mich frei und nehmen mich gefangen. Worte sind meine Art, die Welt zu verstehen. Kann ich etwas nicht in Worte fassen, kann ich es nicht fassen.

Kommunikation fasziniert mich. Nicht nur mit Worten, son­dern auch mit Bildern. Farben. Gesten. Gerüchen. Räumen. Be­we­gungen. Taten. Tönen. Schweigen. Und vielem mehr.

Ich liebe sinnloses Wissen - etwa, dass der Ge­ruch eines ruhenden Erwachsenen mit definierter Kör­per­hy­giene (was im­mer das sein mag - ein Schmuckeremit kommt als Maß­stab bestimmt nicht in Frage ...) einem Olf entspricht.

Ich bin glücklich darüber, dass ich immer wieder die Zeit fin­de, Zeit zu verplempern.

Ich mag das Krallenklackern kleiner Hun­de, die durch ge­flies­te Un­ter­füh­rungen tippeln, das sil­berne Klin­geln, wenn Rau­reif auf gefrorenen Boden fällt, und das Ge­bor­gen­heit ge­ben­de Geräusch von Regen auf einem Blech­dach.

Ich mag den Geruch von Waldboden nach einem Sommerregen, von alten Büchern, von Kaffee und frisch gebackenen Keksen.

Ich mag es, barfuß über Holzstufen zu laufen, die über Jahr­zehn­te hinweg von Tausenden Fü­ßen glattgelaufen wurden, und ich liebe es, die kraftvolle Bewegung eines un­ge­sat­tel­ten, galoppierenden Pfer­des unter mir zu spüren.

Claudia 2000
2000

Ich mag den Geschmack sonnenwarmer Himbeeren und eis­kal­ten Quellwassers.

Ich mag es, Dinge und Gedanken anzupflanzen und wachsen zu sehen. Ich denke gerne. Und unabhängig davon, ob es mir gelingt, denke ich gerne gründlich.

Ich mag Menschen mit Wortwitz, die Stielblüten und Still­blü­ten von Stilblüten unterscheiden können. Ich mag Menschen, die Dinge mit Sorgfalt erledigen und behandeln.

Ich habe Mühe mit der Kombination von Dreistigkeit, In­kom­pe­tenz und Arroganz.

Ich kann nicht besonders gut warten. Im Gegenzug lasse ich nicht warten und bin pünktlich. So gut wie immer.

Ich habe Ecken und Kanten, Abgründe und Höhenflüge. Was mich antreibt, sind Neugier auf die Welt, Begeisterungs­fähig­keit, Angst, und Lebensfreude glei­cher­maßen.

Was mich durch schwierige Zeiten bringt, ist die Fähigkeit, mich an Kleinigkeiten zu freu­en, selbst wenn mich die großen Dinge überfordern.

Was noch?

Claudia 2011
2011

Das Wichtigste: Die Menschen.

Ich habe einen Partner mit dem ich lachen kann und der mit Schibrille Zwiebeln schneidet, um nicht weinen zu müssen. Einen Sohn vor dessen Selbständigkeit sich kein Respekt tief genug verbeugen kann. Und einen Bekannten, der ernst­haft versucht, Brief­tauben aus­zusetzen.

Ich habe Freunde, die mich auch an Tagen mögen, an denen ich mich nicht gut leiden kann. Großherzige, offene und be­rühr­bare Menschen, die meine Welt teilen und bereichern.

Mein Leben ist bunt und überrascht mich immer wieder mit Neuem. Solange ich mehr Haare auf den Zähnen als am Kinn habe, besorgt mich das nicht.

To be continued.

Claudia

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